Mein Blog ist umgezogen

Nach zahlreichen „How-to“ Tutorials und Recherchen, habe ich mir in den letzten Wochen eine neue Heimat für meinen Blog kreiert.  Ich wollte so gern endlich in die  vielen Möglichkeiten eintauchen, die WordPress all jenen Nutzern bietet, die ihren Blog auf einer eigenen Domain einrichten.

Cordula Umzug

Das war mehr als aufregend für mich, denn Begriffe wie htaccess-Dateien, Text Editoren, FTP-Clients haben mich bisher unverzüglich zum Anruf beim IT-Profi bewegt. Der hatte jedoch momentan keinerlei Kapazität. Schließlich hat dann meine gespannte Ungeduld überwogen und trotz gehöriger Scheu vor technischem Neuland habe ich mich mutig auf den Weg gemacht. Von wegen „3-Minuten-Installation“ von WordPress…. dazwischen liegen doch noch zahlreiche Etappen, die es zu bewältigen gilt :-) Zum Glück stehen teils hervorragende Anleitungen im Internet als Unterstützung bereit. Am umfangreichsten und besten hat mir diese geholfen: Irene Wolk -„Wie installiere ich einen Blog“

Inzwischen ist meine neue Blog-Heimat  jedoch soweit eingerichtet, daß  alle weiteren Artikel  dort erscheinen werden.

CordulaRosenfeld.de

Ich freue mich  sehr, Ihnen dort zu begegnen!

Das Paula-Prinzip – oder weg mit den Hemmschuhen!

kennen Sie eigentlich Paula? Noch vor zwei Wochen hätte ich selbst mit dem Kopf geschüttelt. Bis ich ihr während eines Vortrags von Lutz Herkenrath im Rahmen der Emotion Vortragsreihe begegnet bin. Und ich wette, Paula ist den meisten Frauen wohlbekannt. Mir ist sie im „Paula-Prinzip“ begegnet, über daß Lutz Herkenrath sprach. In seinem Vortrag ging es unter anderem um die Hemmschuhe, die Frauen sich häufig auf ihrem Weg zu beruflichem Erfolg oder neuen Herausforderungen anziehen.

Während es vorwiegend Männer sind, die im bekannten „Peter-Prinzip“ strotzend vor  Selbstbewußtsein „hier“ schreien, um auf der Karriereleiter aufzusteigen, bis sie auf ihrer Stufe der Unfähigkeit letztendlich trohnen bleiben, haben wir Frauen Paula an unserer Seite, die erfolgreich verhindert, daß wir all den Peters in die Quere kommen. Sympathisch, bescheiden, sozial kompetent und vor allem überaus selbstkritisch. Na, kommt Ihnen Paula bekannt vor?

Das Paula-Prinzip steht für überqualifizierte Mutlosigkeit.

Kennen Sie diesen Anspruch an sich selbst, erstmal sicher zu gehen, daß Sie die Anforderungen komplett erfüllen, bevor Sie sich  an die Herausforderung wagen? Ich selbst bin häufig „Hand in Hand“ mit meiner Paula spaziert – ob es jetzt bei neuen Verantwortungsbereichen,  beim Schritt in die Selbstständigkeit oder anderen neuen Handlungsfeldern war. Lieber erst noch einen Kurs, ein Seminar oder eine weitere Ausbildung, bevor ich tatsächlich loslege. Ich habe mir einige Expertise auf diesem Gebiet angeeignet. Vermutlich fasziniert mich dieses Thema genau aus diesem Grund.

So sympathisch unsere Paula nach außen scheinen mag, sie entpuppt sich als unsere stärkste Wachstumsbremse. Wenn wir uns immer im vertrauten Raum unserer Komfortzone bewegen, behalten wir zwar die Kontrolle über Erfolg und Misserfolg und fühlen uns sicher, wir können in diesem Raum jedoch nicht wachsen und uns weiterentwickeln. Das einzige, was wächst, ist  unsere Unzufriedenheit.

Raupe zum Schmetterling

Erst wenn wir den Mut haben, uns aus diesem vertrauten Raum hinaus auf noch unbekanntes Terrain zu wagen, wenn wir bereit sind, die Kontrolle aufzugeben und einfach mal loszugehen, geben wir uns selbst die Chance uns weiter zu entwickeln und zu wachsen. Der Raum des Unbekannten wird damit zu unserer Wachstumszone, dem einzigen Bereich, in dem wir uns entfalten können. Genau aus dieser Erfahrung habe gelernt: „Der Mut entsteht beim Gehen“. Denn der Weg formt sich unter unseren Füßen, sobald wir  den ersten Schritt tun. Das funktioniert ganz bestimmt – auch wenn wir uns das oft nicht vorstellen können.

Folgende 3 Starthilfen haben mir die neuen Schritte stets erleichtert:

Wo die Angst sitzt, geht es lang!
Auch wenn es vielleicht erstmal unlogisch klingen mag, genau so ist es. Angst zeigt uns an, daß wir an einer Grenze stehen, nämlich an der Schwelle vom Bekannten zum Unbekannten. Sie ist eine starke Kraft, die uns gerade dann unterstützen kann, wenn wir uns in unbekannte Bereiche wagen. Würden wir sie aus einer anderen Perspektive betrachten, steht sie für Aufregung und Abenteuer und hilft uns, unser ganzes Potential zu entfalten. Also nutzen Sie Ihre Angst doch einfach mal als Wegweiser und staunen Sie, wohin sie Sie führen wird.

Veränderung geschieht durch Merken und nicht durch Machen
Diesen Grundsatz habe ich vor einigen Jahren während eines intensiven Selbstführungs-Jahrestrainings erfahren und verinnerlicht. Es geht darum, achtsam zu sein und regelmäßig innezuhalten um sich zu vergegenwärtigen, was man bereits geschafft hat. Dabei zählt jede einzelne Etappe. Das Wertschätzen auch der kleinen Schritte wird dadurch zum Motor auf dem Weg zum großen Ziel. Am besten überlegen Sie sich gleich, wie Sie die kleinen Erfolge für sich festhalten. Ich z.B. habe lange Zeit Steine in einem Glas gesammelt – für jeden noch so kleinen Teilerfolg kam ein neues Steinchen dazu und ich konnte meinen Erfolg wachsen sehen.

Wegbegleiter als Wegbereiter
Suchen Sie sich wohlwollende emotionale Unterstützung, die Ihnen hilft, einen unverfälschten Blick auf Ihre Fähigkeiten zu werfen und die Ihnen den Rücken stärkt. Oftmals können dies Menschen außerhalb Ihres gewohnten Umfeldes besser als diejenigen, die Ihnen ganz nahe stehen und ein festes Bild von Ihnen haben. Als Einzelkämpfer werden Sie schnell an den Grenzen Ihrer eigenen Vorstellungen scheitern – besonders wenn es darum geht, Neuland zu betreten. Gemeinsam geht es sich sehr viel leichter!

Mein Fazit: Wagen Sie etwas! Schicken Sie Ihre Paula einfach mal in den Sommerurlaub und stürzen Sie sich in die Abenteuer, die in Ihrer Wachstumszone auf Sie warten.

Foto  Angie525A, „Raupe der Pfeileule“, CC-Lizenz (BY 2.0)
http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de
Alle Bilder stammen aus der kostenlosen Bilddatenbank http://www.piqs.de

Dem Ruf der Fülle folgen

In diesem Artikel geht es um die Entstehungsgeschichte eines weiteren Buchstabens . Auch hier hat mir der kreative Ausdruck wertvolle Einsichten geschenkt.

N wenig Rand

Es war meine Liebe zum Meer und seine enorme Spannbreite, die mich in der Gestaltung inspiriert hat. Ich liebe die unzähligen Facetten des Meeres.
Das spielerisch, transparent Leichte ebenso wie die unergründliche Tiefe.
 Mal ist das Wasser glatt, mal stürmt es und die Wellen türmen sich auf.
 Mal plätschert und knistert die Wasseroberfläche, mal hört man kraftvolle Tosen der stürmischen See.

Und ich – ich finde mich plötzlich als bunter Fisch, der sich flüssig durch all diese Vielfalt durchbewegt, in meinem Buchstaben-Meer wider.

Die Auswertung hat mir eine neue Sichtweise auf mich verdeutlicht. Ich selbst bin in dieser Vielseitigkeit beheimatet und möchte in Zukunft meine volle Bandbreite spielen. Dabei schöpfe ich aus der Kraft der Wechsel.

Das hört sich ja erstmal toll an. In der Fülle beheimatet zu sein, ist sicherlich ein Geschenk. Es kann jedoch auch Leid bedeuten. Denn um mir dieser Fülle bewußt zu werden, bedurfte es erstmal einer echten Krise. Eine vom Körper verordnete Auszeit hat von einem auf den anderen Tag alle meine Funktions-Sicherungen durchbrennen lassen: Burnout. Von innerer Fülle war zu dem Zeitpunkt überhaupt nichts zu spüren – ganz im Gegenteil – ich war mit schmerzhafter Leere konfrontiert.

Erst in der Unterstützung von Profis, denen ich mich anvertraut habe, konnte ich einen Blick auf die Möglichkeiten, die in dieser Krise liegen, erhalten. Ich brauchte erstmal Menschen, die mir beibringen, daß ich eigentlich an ungelebter Fülle erkrankt bin.

Zwanzig Jahre lang habe ich mich größtenteils durch meine berufliche Tätigkeit definiert. Ich war mit voller Begeisterung und viel Leidenschaft dabei, habe jedoch vorwiegend auf meinen starken Funktionsteil gesetzt. Verantwortungsbewusst, umsetzungsstark, strukturiert und sehr gefällig. Alles gern gesehene Eigenschaften, vor allem in der Führung. Dabei kamen allerdings andere Seiten, wie z.B. meine Kreativität, die Freude am Ausdruck, das Naturbezogene oder das Unkonventionelle vollkommen zu kurz. Erst ein Burnout hat mich genötigt, den vertrauten Funktionsmodus zu verlassen.

Dies sind 3 der zahlreichen neuen Sichtweisen, die ich meiner Krise verdanke:

  • Es ist ein großer Unterschied, ob ich Burnout als Überforderung ansehe oder als inneren Ruf ungelebter Fülle.
    Ich habe letzteres als Anreiz und Mutmacher für meinen neuen Weg gewählt.
  • es braucht Vertrauen und die Unterstützung von Anderen, um ungelebte Potentiale bergen zu können und sich auf unbekanntes Terrain zu wagen
  • um in meine eigene Fülle zu kommen und mich auf Unbekanntes einlassen zu können, brauche ich die Konsequenz und den Mut, auf bisher Vertrautes und Sicheres zu verzichten

Mir ist klar, daß mir das Leben ein besonders Geschenk gemacht und das möchte ich nutzen. Meine Vielseitigkeit dabei einfließen zu lassen, ist mir ein Herzensanliegen. Ich bin dankbar, wenn ich mir diesen neuen Weg in einem Netzwerk von Menschen bahnen kann, die auf einem ähnlichen Weg sind und freue mich sehr über Austausch. Gemeinsam ist es sehr viel leichter!

B = 1 + 1 >2

In meinem letzten Artikel „Begeisterung ist der Schlüssel“ habe ich den Prozess beschrieben, wie ich mich auf ganz neue Art und Weise auf die Spur meines Coaching Profils begeben habe. Dabei ging es nicht darum, durch die gefärbte Brille meiner Vorstellungen und Gedanken zum Ergebnis zu kommen, sondern mich vollkommen absichtsfrei der schöpferischen Ausdruckskraft meiner Hände anzuvertrauen. Lediglich Impulse und die Freude am Ausdruck waren die Motoren in diesem Prozess. Und doch ging es um etwas, was mir essentiell wichtig war – mein Eigenes zum Vorschein zu bringen und zwar völlig pur und unbeeinträchtigt aller möglichen Erwartungshaltungen. Es ging um einen unverfälschten, bewertungsfreien Blick auf meine Potentiale.

Und so begannen wir auch erst ganz am Schluß, als alle Buchstaben „aus meinen Händen geflossen waren“, im Beschreiben meine ersten Assoziationen abzufischen. Beim „Abfischen“ hatte ich die Unterstützung von Birgit-Rita Reifferscheidt. Ich brauchte eine wertfreie, vertrauenswürdige Zuhörerin, die mir am Ende meiner Beschreibung und Assoziationen spiegeln konnte, welche Potentiale sich da über die schöpferische Brücke ihren Ausdruck gebahnt hatten.

Beim B sah das folgendermaßen aus:

B - wenig Rand

Es war umspannt von zahlreichen Leuchten, plastisch umformt aus einem Drahtgeflecht, und teilweise mit transparentem Papier überzogen. Folgendes hat es zum Vorschein gebracht: Es geht mir um Strukturen – vor allem in Teams. Um gesunde Strukturen, in denen jeder Einzelne sich einbringen kann und dadurch das ganze Team profitiert.

Strukturen zu schaffen war in meiner langjährigen Tätigkeit als Marketing Direktorin in einem mittelständischen Unternehmen eine meiner essentiellen Verantwortungsbereiche. Bei einer Gesamtverantwortung über ein Portfolio von bis zu 40 unterschiedlichen Marken wäre sonst unter Garantie größtes Chaos vorprogrammiert gewesen. Was manchen Menschen vielleicht trocken erscheinen mag, weckt in mir wahre Begeisterung. Für mich sind Strukturen wie die Landkarten bei einer Expedition und somit Grundvoraussetzung, um mit Freude und Erfolg bei der Arbeit zu sein. Ich liebe es, Strukturen zu schaffen, besonders im Miteinander von Teams liegt für mich ihr großes Potential:

–        Strukturen schenken Orientierung und Klarheit.
Wenn ich als Führungsverantwortlicher in einem Team nicht für klare Strukturen sorgen kann, sind Schwierigkeiten im Miteinander bereits gesät.

–        sie schaffen Transparenz und Verbindlichkeit
Klare Strukturen schenken jedem Beteiligten die nötige Transparenz, um sich zu orientieren. Erst aus dieser Sicherheit heraus ist jeder in der Lage, seine ganz individuellen Fähigkeiten zum Einsatz zu bringen.

–        sie ermöglichen Freiheit
Auch wenn es vielleicht anfänglich so scheinen mag, als würden Strukturen einengen, so habe ich erlebt, daß sie – ganz im Gegenteil – letztendlich Freiheit schenken. Denn erst wenn ich einen klaren Überblick habe, erlange ich die Flexibilität, außerhalb dieser Strukturen zu variieren.

Erst klare Strukturen schaffen aus meiner Erfahrung den geeigneten Rahmen, in dem jedes Teammitglied seine individuellen Fähigkeiten voll und ganz einbringen kann. Und wenn jeder Einzelne sich ganz einbringen kann, potenziert sich der Erfolg des Ganzen – oder in einer Gleichung ausgedrückt: 1 + 1 > 2

Meine strukturgebende Fähigkeit, die nicht nur auf Potential sondern auf langjähriger Erfahrung beruht, nimmt einen wichtigen Stellenwert in meiner Arbeit ein. Was sich hinter den anderen Buchstaben verbirgt erzähle ich in Kürze.

Begeisterung ist der Schlüssel!

Wieso steht eigentlich mein Blog unter der Überschrift „BEWEGEN“? Und was hat es mit den so unterschiedlich gestalteten Buchstaben auf sich?

Bewegen klein

Das ist eine Geschichte, die ich gern erzählen möchte. Vorher muß ich für diese Entstehungsgeschichte jedoch etwas ausholen:

Im letzten Jahr habe ich die Ausbildung als Systemischer Coach und Veränderungsmanager  in Köln bei Almut Probst und Christiane Windhausen absolviert. Während dieser Ausbildung sammelte ich ergänzend zu meiner langjährigen Führungserfahrung wertvolles Coaching Wissen. Das Einzigartige in diesem Jahr war jedoch, daß ich auch auf persönlicher Ebene durch diese Ausbildungszeit  begleitet und gecoached wurde.

Ebenso wie in der Führung von Mitarbeitern geht es  beim Coaching zuallererst um effektive Selbstführung. Und so hatte ich es zwar vorhergesehen, dennoch traf es mich nachhaltig – die eine oder andere schmerzhafte Kollision mit den verschlossenen Türen meiner eigenen Begrenzungen, denen ich während der unterschiedlichen Ausbildungs Module begegnete. Meinem Coach Birgit-Rita Reifferscheidt verdanke ich es, daß ich nicht nur „unbeschadet“ sondern vielmehr sehr gestärkt und mit völlig neuen Einsichten aus diesen Wachstums-Krisen hervorgehen konnte.

Birgit-Rita Reifferscheidt ist eine langjährige Wegbegleiterin. Sie hat mich bereits viele Jahre in unterschiedlichsten Veränderungsprozessen sowohl im beruflichen wie im privaten Kontext unterstützt.  Ich vertraue ihr zutiefst. Dank ihrer externen Supervision und ihrem Coaching habe ich meine eigene Coaching Ausbildung parallel auf gleich auf zwei Ebenen durchlaufen. Ihre Unterstützung hat es mir ermöglicht, meinen Blick auch mal weit über die verschmierten Gläser meiner alten Identitäts-Vorstellungen schweifen zu lassen und die Kraft all meiner Potentiale erahnen zu können. Sie war für mich in dem Jahr der Ausbildung eine kraftvolle Potential-Entfalterin und hat mich immer wieder außerhalb meiner Vorstellungen gelockt und mir damit völlig neue Handlungsspielräume eröffnet.

So – dies zur Vorgeschichte – nun jedoch geht es um die Entstehung meiner Buchstaben:

Als es nun um die bevorstehende Abschlußarbeit für die Ausbildung ging, stand ich völlig ratlos und ohne jegliche Idee da. So gänzlich inspirationslos ist es nicht überraschend, daß auch meine Lust zu dieser Präsentation absolut im Keller war.  Ich hatte keine Ahnung, worüber ich referieren sollte geschweige denn eine klare Vorstellung über mein persönliches Coaching Profil, um das es schließlich in der Abschlußpräsentation gehen sollte.

Zum Glück hatte ich die Begleitung von Birgit-Rita, die mir zu meiner Überraschung ein Wort-Geschenk machte: Ein Findling vom Kölner Rheinufer, bezeichnender Weise in der Form eines Schuhs, auf den sie mit plastischen Buchstaben „bewegen“ geschrieben hatte.

mein "Bewegen-Stein"

Genau um dieses Wort gings. „Mach doch mal – ich habe da eine Idee. Gestalte mal dieses Wort:
b-e-w-e-g-e-n.“ Ich hatte in diesem Moment nicht die geringste Vorstellung, wie mich das wohl in meiner Abschlußpräsentation unterstützen könnte, geschweige denn, was das wohl damit zu tun haben sollte? Was ich jedoch hatte, war uneingeschränktes Vertrauen, ihrer Einladung zu folgen.

Ich bekam von ihr 7 weiße Buchstaben, die ich gestalten sollte. Und nun bin ich bei meinem eigentlichen Thema, denn: Der Weg dorthin war mehr als spannend und bereits an sich voller neuer Erfahrungen:

Es ist schon erstaunlich, zu erkennen daß mein Kopf allein mich bei dieser vermeintlich so leichten Aufgabe schnurstracks in eine Sackgasse geführt hätte. So habe ich nämlich begonnen.

Mein Wort-Geschenk hat erstmal großes Staunen und zugleich eine enorme Portion Begeisterung in mir freigesetzt. BEWEGEN – in der Tat – das fühlte sich für mich absolut stimmig an. Und so marschierte ich zielsicher los … mit mehr als 20 Jahren Marketing Erfahrung im Rücken sollte die Gestaltung  doch ein Leichtes für mich sein…. dachte ich…

Ich startete unmittelbar – und das auf bekannten Pfaden.  Ich erstellte ein Mindmap und sammelte zu jedem Buchstaben all meine Gedanken und Ideen, für was dieser Buchstabe für mich stehen könnte. Und ohne daß es mir anfangs bewußt war, schwand mit jedem weiteren Nachdenken mein Reservoir an Begeisterung. Mehr und mehr Gründe hielten mich davon ab endlich loszulegen. Kein geeigneter Platz, um mich kreativ auszubreiten, noch nicht genau die Idee, was ich denn jetzt tatsächlich pro Buchstabe ausdrücken möchte, zu wenig Zeit am Stück um mich voll einzulassen, nicht das richtige Material, und und und … Es gab so viele gute Gründe und Erklärungen. Mein Buchstaben-Geschenk drohte unter den Angriffen meines Verstandes zu zerbröseln und sich in Lustlosigkeit aufzulösen.

Erst die konsequente „Ansage“ von Birgit-Rita, jetzt endlich einfach loszulegen und das vor allem ohne Absicht und Anspruch, diese Aufgabe besonders gut zu lösen, hat meine Begeisterungssensoren wieder erweckt. Mein stets präsenter Kopf brauchte immer wieder ihren massiven Zuspruch, um sich endlich zurücknehmen zu können und das Feld mal ausschließlich der schöpferischen Kraft meiner Hände zu überlassen.

Es war mein unerschütterliches Vertrauen in die Erfahrung von Birgit-Rita als Wegbereiter, ich spürte ganz deutlich, daß ich ihr auf neue Pfade folgen kann. Dieses Vertrauen gepaart mit  ihren passenden Erklärungen für meinen Verstand brauchte ich, um meine Lust aufs Gestalten wieder ins Sprudeln zu bringen. Und zwar ganz ohne ein „Wollen“ und vor allem ohne Anspruch auf besondere Leistung. Einfach loslegen:

–       Mich ganz auf den Prozess des Gestaltens, die Freude und Begeisterung darin einzulassen.
–       Die Kreativität durch meine Hände fließen zu lassen und
–       ganz darauf zu vertrauen, daß sich daraus ein Ergebnis formiert, ohne daß mein Kopf erstmal etwas dazu tun muß – das hat mich begeistert!

Von Birgit-Rita zu hören, daß ich auf diese Weise mein Eigenes zum Vorschein bringe – völlig pur und unbeeinträchtigt durch das, was sich mein Verstand dazu überlegt, hat meine ganze Neugierde geweckt. Es war wie ein völlig neuer Blick auf Potentiale, der sich unverfälscht durch meine Hände zeigen konnten. Und das auch noch mit Spaß und ohne Anstrengung! Selten hat mich in den letzten Jahren eine Aufgabe so begeistert. Das Ergebnis, was aus meinen Händen entstanden ist, war sehr viel größer als alles, was ich mir mit der Kraft meines Verstandes hätte erarbeiten können.

Inzwischen bewegt mich mein „BEWEGEN“ auf unterschiedlichste Art. Es ziert die Überschrift dieses Blogs. Es spielt eine wichtige Rolle im „Kreativen Wir“ und führt mich dort in völlig neue Formen des miteinander arbeitens. Es hat meine Leidenschaft fürs Schreiben neu entfacht, mich wieder „kreativ aktiviert“ und natürlich hat es mir auch den roten Faden für meine gelungene Abschlußpräsentation geschenkt.

Was mich  bei der Gestaltung der einzelnen Buchstaben inspiriert und bewegt hat und welche Bedeutung sie für mich haben darüber erzähle ich in den kommenden Beiträgen.

Wenn sich der Weg unter den Füßen formt

Mehr und mehr entdecke ich eine neue Leidenschaft im Schreiben. Zu schreiben ist für mich ein sehr persönlicher wortschöpferischer Prozess. In diesem Fall arbeite ich dann nicht mit Papier, Ton oder Farbe sondern modelliere mit meinen Worten.

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Es ist, als würde ich eine kreative Quelle in mir anzapfen, durch die ich eigene Wahrnehmungen und Gefühle übersetze und somit für andere spürbar mache. Je intensiver ich mich in das Erlebnis einfühle, desto leichter poppen die Worte an die Oberfläche meines Bewusstseins. Dort kann ich sie abschöpfen und an der für mich passenden Stelle positionieren. Dieser Prozess ist für mich pure Ästhetik. So wie ein Bildhauer seinen Stein achtsam bearbeitet, schleife und forme ich meine Worte.

Zu Anfang ist nur ein Gefühl. Das spannende daran ist, dass sich meine Worte erst im Nachspüren offenbaren und mit ihnen der Inhalt. Es ist der Prozess, der den Inhalt formt und nicht umgekehrt.

Wenn ich dieses Erleben beim Schreiben auf andere Bereiche übertrage, bestätigt es mir meine Erfahrung, dass es oftmals sehr hilfreich ist, einfach anzufangen. Selbst wenn – oder besser – gerade wenn wir vielleicht noch keine ganz klare Vorstellung haben oder etwas unsicher sind. Im Anfangen und Losgehen erleben wir, wie sich der Weg unter unseren Füssen formt.

Was es braucht ist, die Entscheidung zu starten, den Mut des ersten Schrittes, etwas Vertrauen in den Prozess und am Ende Lust aufs Staunen. Viel Spass!

Foto: Lisa Spreckelmeyer/piqs.de

Im poetischen Frühlingsrausch

Frühlingsrauschen

Üppig, zarte Pracht an stattlichen Bäumen,
erste Blüten in buntem Gewand.
Die milde Frühlingsluft lockt ihre Aromen.

Von einer Sekunde zur nächsten umtanzen sie mich
wie ein feiner Schleier,
berauschen und erduften in mir spürbares Glück.

Unmittelbar,
eine Erinnerung, ein Gefühl, eine Sehnsucht,
liebevolle Vergangenheit, zufriedenes Sein, vorfreudige Zukunft –

im Duftzauber des Jetzt weicht die Zeit dem Genuss
und offenbart einen köstlichen Atemzug von Ewigkeit.

                                                                       Cordula Rosenfeld